Dunkle Zeiten.

Intensive Nuancen wie Violett, Dunkelblau und Schwarz, solo oder kombiniert, erleben in Architektur, Interior und Mode eine Renaissance. Durch dunkle Töne gewinnen Wände und Objekte an Tiefe und Charakter, modische Accessoires veredeln einen reduzierten und zeitlosen Look. Metaphorisch stehen die ‚dark shadows’ zum einen für Extravaganz, symbolisieren aber auch den Rückzug ins Private, die Besinnung auf sich selbst, angesichts einer komplexen und chaotischen Außenwelt. Das Bedürfnis, sich abzuschotten, in der Intimität zu Konzentration und Kraft zu finden, verschafft sich immer mehr Raum.

Fabienne Chapot
Guanti Alex
Flam & Luce
Reflections Copenhagen

Neue Opulenz

Dazu passt Violett, die Farbe des Geistes und der Spiritualität, die auf das Unterbewusste einwirkt und den Blick nach innen symbolisiert. Der schwere und getragene Charakter einer mystischen Farbwelt wird durch sinnliche Materialien wie Samt, Edelstein, Ebenholz, Marmor oder Velours untermauert. (Wohn-)Accessoires und Möbel in intensiven Lilatönen erscheinen extravagant und edel. Die in private und öffentliche Lebensräume einkehrende Opulenz markiert einen spannenden Kontrapunkt zum immer relevanten Minimalismus und der Flexibilität einer modernen Inszenierungskultur. Und übrigens ist es ein Mythos, dass dunkle Farben Räume optisch verkleinern. Mit adäquatem Licht und kontrastierenden Elementen gelangt man zur richtigen Balance von hell und dunkel.

1) Spiegel von Deknudt Mirror
2) Glässerne Dekoration von Reflections Copenhagen
3) Vase von Vista Alegre
4) Brosche von Sweet Deluxe
5) Vase von Ceasar Crystal Bohemiae
6) Sessel von Mossapour
Fabula Living
Puik Design

Ode an die Eleganz

Starke Spannungsfelder entstehen, wenn Dunkelblau und Schwarz in Interaktion treten. Eine Kombination, die vor noch nicht allzu langer Zeit für Raum und Bekleidung als No-Go galt, wird nun zum unmissverständlichen Merkmal einer Tiefgründigkeit und Dichte, die beide Farben in ihrer individuellen Wirkung noch zu übertrumpfen vermögen. Die komplexe Kombination aus unterschiedlichen dunklen Schattierungen verleiht privatem Lebensraum, Cafés, Restaurants oder Hotels unmittelbar eine luxuriöse Note, die durch sorgfältig kuratierte Accessoires unterstrichen wird. Dazu gehören Tischgeschirr mit Handmade-Feeling aus Keramik, Taschen oder Schuhe aus Leder sowie Edelsteine wie Amethyst oder Onyx, die sich in auffällig großen Schmuckstücken wiederfinden.

1) Teller von Aerts NV
2) Platzdecke von Chilewich
3) Teekanne von Yonobi
4) Halskette von Aarikka
5) Tasche von Arutti
6) Tasche von Chi Chi Fan Hamburg
Roomers Hotel in Frankfurt am Main

Roomers Hotel, Frankfurt am Main

Im Bereich der Home-Accessoires regiert Eklektizismus! Dabei sind stilistische Mixe und Referenzen ausdrücklich erwünscht, um den Charakter der handverlesenen Auswahl zu unterstreichen. Eine Disziplin, die das Roomers Hotel in Frankfurt in Perfektion beherrscht. Dort wird der Dreiklang aus geheimnisvollen Farbwelten, exklusiven Materialien und organischen Formen souverän inszeniert. Die Räume bestechen mit zurückhaltendem Boudoir-Chic und einer dezent dekadenten Attitüde. Hier kommt die aufkeimende gesellschaftliche Hinwendung zu ‚echten Werten’ par excellence zum Ausdruck: Stellvertretend für Attribute wie Langlebigkeit, Zeitlosigkeit und Qualität stehen Materialien wie Naturstein, Marmor, Samt oder Holz gepaart mit stimmungsvollen Beleuchtungselementen.

1) Schrank von Kristina Dam
2) Kimono von Fabric Copenhagen
3) Stuhl von Lambert
4) Raumduft von AU Maison
5) Parfümflasche von Metrocs
Ultraviolet Restaurant in Shanghai – Foto: Scott Wright of Limelight Studio

Popkultur

Das Ultraviolet in Shanghai zelebriert eine Genusskultur, die weltweit ihresgleichen sucht. Die preisgekrönten Menüs, die Spitzenkoch Paul Pairet in einem fensterlosen Raum auf den einzigen, großen Tisch zaubert, werden von thematisch passenden Visuals und Sounds begleitet. ‚Genuss mit allen Sinnen’ lautet das Leitmotiv, wobei Exklusivität in jeder Sequenz zum Ausdruck kommt. Die Atmosphäre: erzählerisch, düster, surreal und natürlich ultraviolett. Etwa weiß niemand ganz genau, wo sich das Restaurant befindet. ‚Somewhere in Shanghai’ heißt es bloß, ein Chauffeur bringt die Gäste zu ihrem Hideaway für eine Nacht. Da ist sie wieder, die Abschottung gegen das Außen, das Gefühl von eingeschworener Gemeinschaft.

Aida Denmark
Kitchen Aid
Asa Selection
Lind Dna

Extravaganz zu Tisch

Der dunkel gedeckte Tisch ist salonfähig geworden. Schwarzes Porzellan oder Steingut in organischen Formen bringen kunstvoll angerichtete Speisen vornehm zurückhaltend zur Geltung – vor allem, wenn diese einen spannenden Farbkontrast liefern. So wie man es immer öfter auch in anspruchsvollen Restaurants erlebt, wenn Käse oder Desserts auf dunklen Steinplatten angerichtet werden. Wo gegessen wird, muss gekocht werden und konsequenterweise haben last but not least auch populäre Helfer einen Hang zum Dunkeln entwickelt. Denn in Brombeerrot oder Heidelbeerblau wird selbst die multifunktionale Küchenmaschine zum begehrlichen Designobjekt.

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