Fallen Leaf – Designerin Kim HyunJoo serviert auf Papier.

Kim HyunJoos flexible Schalen und Essteller sind strenggenommen an Bäumen gewachsen. Die preisgekrönte Designerin aus Seoul hat sie aus traditionellem Hanji-Papier – gewonnen von Maulbeerbäumen – gemacht und mit Lack versiegelt. Bei den Ambiente „Talents“ begeisterte das Design durch klare Optik und Nachhaltigkeit. Am #TalentsTuesday erklärt sie, was alte Techniken für junge Designs tun können.

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„Die Natur ist wie eine Mutter für mich, sie gibt mir Geborgenheit. Wie die Natur uns nährt, vergessen wir manchmal“, erzählt Kim HyunJoo und streicht fast zärtlich über ein großes Baumblatt. Doch was aussieht wie überdimensioniertes Herbstlaub ist bei näherem Hinsehen festes Papier, das von der südkoreanischen Designerin mit wenigen Handgriffen in eine flache Schale verwandelt wird. „Das traditionelle koreanische Hanji-Papier, gewonnen aus der Borke des Maulbeerbaums, ist wie geschaffen für meine Idee, die Natur stärker in unser Leben zu integrieren. Die besondere Struktur des handgeschöpften Papiers ermöglicht es, Alltagsgegenstände daraus herzustellen“, so die 34-Jährige, die bei den „Talents“ ihre Serie „Fallen Leaf tray“ vorstellte.

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Wir lassen uns den einfachen Trick erklären. „Zwischen zwei Papierlagen habe ich ein filigranes Drahtgitternetz eingearbeitet, das die Blattstruktur nachahmt. So sind durch leichtes Biegen die Schalen oder Teller individuell formbar“, sagt sie. Kim HyunJoo bietet die flachen Gefäße in verschiedenen Sets und Farben an, mal ähneln sie Seerosenblättern, mal lanzettförmigen Buchenblättern. „Auf der Ambiente möchte ich vor allem europäische Kunden überzeugen, ‚Fallen Leaf tray‘ beispielsweise in Restaurants und im Catering einzusetzen. Denn durch den natürlichen Ottchil-Lack aus meiner Heimat, ähnlich dem Schellack, sind die dunkelbraunen Blätter wasserunempfindlich“, erklärt sie. Der Erfolg der Sets in Seoul macht ihr Hoffnung: „Dort kann man sie seit zwei Monaten kaufen.“

Da ist sie wieder: diese Ruhe. Das Unaufgeregte, was Kim HyunJoos Entwürfe oft haben. Krachendes Design ist nicht ihre Sache. In ihrem Studio www.kimhyunjoo.com, das sie nach Abschluss an der Hongik University Seoul und Wanderjahren in Italien gründete, entwirft sie Möbel, Leuchten, Geschirr – und auch einen Hocker für Hundebesitzer hat sie gemacht. Für diesen eleganten wie herzerwärmenden Hocker namens „Happilyever“ – ein gemeinsames Möbel für Herr, Frauchen und Hund – gewann sie 2008 den „Red Dot Design Concept Award“. Mit Vorliebe greift sie zu Materialien, die auf die Stärke der Natur und der eigenen Heimat verweisen: Granit, Marmor und überlieferte Techniken der koreanischen Metallbearbeitung. Etwa handgeschmiedete Serviettenringe aus Bangjja-Bronze. Auch in Fachmagazinen und Büchern finden ihre Designs große Beachtung. Bereits auf der Paper World 2014 war sie zu Gast. „Frankfurt ist für mich neben der Mailänder Möbelmesse sehr wichtig, um Ideen aufzufrischen oder zu überprüfen.“

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Lange habe sie überlegt, wie man die Natur „auftischen“ könne, und sei dann auf die uralte Technik gestoßen, Lebensmittel mit Blättern einzurollen, der Haltbarkeit oder Dekoration wegen. „Mein neues Label „Plus Nature“ www.plusnature.co.kr erinnert daran, gleichzeitig stehen diese haltbaren Schalen und Teller für Nachhaltigkeit in Respekt gegenüber der Natur.“

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