Ambiente Geschirr Porzellan Teller Muster

Traumhafte Teller – Geschirr zum Verlieben.

Gutes Essen ist wichtig, keine Frage. Aber ebenso sehr bestimmt das, worauf wir es servieren, den Genuss. Denn mit Geschirr kreieren wir eine bestimmte Stimmung bei Tisch. Ja, mehr noch: Mitunter wirkt sich das Service schon auf die Art der Zubereitung aus. Ein Überblick für Neugierige.

Der Schwung der Zeit

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  • Pillivuyt

Eleganz, das wussten schon die Töpfer des Neolithikums, liegt oftmals in der überraschenden Form. Diese Einsicht kommt derzeit zu neuer Blüte. Geradezu gewagt, und deshalb so beglückend, ist die assiette de présentation von Pillivuyt, die das Kulinarische mehr als lediglich präsentiert – es bekommt eine ganze Theaterbühne! Neben diesem Glanzstück darf der Rest des Dekors ruhig etwas schlichter sein.

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  • 1  Onshus
  • 2  Jacques Pergay
  • 3  Cookplay
  • 4  Kahla

Die Idee der Faltung findet sich auch bei Kahla, während Onshus das Organische erkundet. Das Limoger Porzellan von Jacques Pergay und seiner Tochter Aurélie hat illustre Abnehmer: Spitzenrestaurants wie das des Hotels „George V“ in Paris beziehen Geschirr von diesem kundigen Duo. Cookplay bietet eine Ansammlung vielformiger Elemente, die sich unerwartet harmonisch ineinanderfügen lassen. Diese Formensprache öffnet uns nicht nur für eine andere Wahrnehmung des Servierten, sondern mischt auch bei der Frage mit, welche Speisen auf den Tisch kommen. Die Wirkmächtigkeit außergewöhnlicher Formen hat viele Facetten.

Erzähl mir was!

Was wäre der Mensch ohne Geschichten? Doch warum sollen diese immer zwischen zwei Buchdeckeln stecken oder auf der Leinwand ablaufen? Es gibt im Alltag doch noch ganz andere Foren für das Erzählerische. Gelungenes Storytelling vermag uns zu begeistern. Auf diese Kraft setzen mittlerweile auch viele Designer und Hersteller, die die Besonderheit Ihres Produkts durch „die Geschichte dahinter“ aufschlüsseln.

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  • Hering Berlin

Hering Berlin bittet in den Wald, genauer: zum waidmännischen Stelldichein. Ob Geweihkopf, Baumzweig oder Eichel – im Nu verlieren wir uns in dieser Welt, und ob wir bei Tisch auf der Jagd nach Wild oder nach einem Ratatouille sind, spielt dann keine Rolle mehr.

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  • 1  Faiencerie Georges
  • 2  Månses Design
  • 3  Portego

Erst A, dann B, dann C – in der Abfolge erzählen wir Geschichten. Aber im Grunde passiert ja vieles gleichzeitig, gibt es subtile Parallelverknüpfungen. Diese Einsicht macht sich so mancher Hersteller zunutze. Bei der Faiencerie Georges kann man aus mehreren Tellern einen Kran „konstruieren“. Bloß dahingetupft sind die Dessins bei Månses Design, die der Imagination Freiraum lassen. Unendlich viele Anspielungen stecken hingegen in Portegos Geschirr, bei dem gestrichelte Linien die Kommunikation zwischen den dargestellten Damen versinnbildlichen. Gewitzt werden so klassische Abbildung und Comicsprache miteinander kombiniert.

Im Schlaraffenland des Dekors

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  • 1  Rosenthal
  • 2  Miho Unexpected Things
  • 3  Gien
  • 4  Lene Bjerre
  • 5  Fürstenberg
  • 6  Vista Alegre
  • 7  Denby

Linien, Wellen, Kreise; Rundes oder Kantiges und natürlich unbegrenzte Farbvielfalt – der Fundus für Muster ist unbegrenzt. Und er wird genutzt! Geometrische Dichte und blau-rotes Farbspiel finden wir bei Miho Unexpected Things und Wedgwood. Regelmäßige Strukturen finden sich bei Lene Bjerre, im Gegensatz zu Denby und Rosenthal; bei Letzterem ist die Glasur ausschlaggebend. Und manchmal ist es gerade nur die Andeutung des Dessins wie bei Vista Alegre, die einen großen Effekt erzielt. So wird deutlich: Bei effektvollen Mustern geht es um deutlich mehr als um Farben und Formen.

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  • Wedgwood

Natürliche Noblesse

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  • Aida Denmark

  • 1  Spal Porcelanas
  • 2  Porcel
  • 3  ASA Selection
  • 4  Time & Style
  • 5  Fortessa

Die „Natur zu sich nach Hause holen“ muss nicht unbedingt heißen, dass man Zimmerpflanzen aufstellt. Man kann auch mit einem passenden Geschirr ein natürliches Ambiente heraufbeschwören. Ob wir uns mit Porcel in der Unendlichkeit der Gestirne verlieren oder durch ASA Selection in meergrüne Tiefen abtauchen – die Verbindung mit dem nicht von Menschenhand Gemachten stimmt uns glücklich, etwa beim Anblick der Steingut-Sommersprossen bei Aida Denmark. Die Natur stößt in uns Türen zu ganz anderen Welten auf, und mal spricht uns das Solide, Erdige an, mal das Sphärische. Das in Erdtönen glänzende Geschirr von Time & Style etwa hat eine interessante Oberfläche und bildet einen schönen Gegensatz zum luxuriösen Blau des unregelmäßig abgeschlossenen Services von Fortessa. So rückt das Thema Natur ab vom Kreatürlichen und wird zum Anlass, eine weitere Dimension der Tischkultur zu entwickeln.

Klassiker reloaded

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  • Royal Copenhagen

Frage: Was ist alt und zugleich aktuell? Antwort: ein Klassiker. Gerade beim Geschirr gibt es solche festen Größen. Wer kennt es etwa nicht, das filigran gerippte, weiß-blaue „Musselmalet“ von Royal Copenhagen? Seit es 1775 auf den Markt kam, wurde es immer wieder entdeckt und neu aufgelegt. Eine schöne Neuinterpretation stammt von Karen Kjaeldgård-Larsen, die für „Musselmalet Mega“ Fragmente des ursprünglichen Designs vergrößert hat. Das wirkt frisch und modern und die Stücke lassen sich wunderbar mit dem Vorgänger kombinieren. An solchen Effekten erkennt man wahrhaft gutes Design.

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  • 1  Meissen
  • 2  Wik & Walsøe
  • 3  Dibbern
  • 4  Pip Studio

Die Weiterentwicklung des Erbes findet aber nicht nur inhouse statt: Das junge norwegische Unternehmen Wik & Walsøe hat eine ganz eigene Deutung traditioneller skandinavischer Dessins vorgelegt. Beim niederländischen Pip Studio nimmt die Reinterpretation den umgekehrten Weg vieler anderer Hersteller, indem es seinem poppigen Dessin „Royal Tableware“ das deutlich zurückhaltendere „Royal White Tableware“ an die Seite stellte. Die markante Form der feinen Porzellanteller ist die gleiche, doch nun treten zarte florale Elemente in einen Dialog mit grafischen Musterungen, die ebenfalls ganz dezent daherkommen. Wie beruhigend, dass das Gespräch zwischen den Klassikern niemals endet.