Gut Gemachtes, um Gutes zu schaffen.

Schürze umbinden, Arbeitsmaterial zurechtlegen und los geht’s! Das ist oft der Beginn eines kleinen Kunststücks. Ob in der Werkstatt oder in der Küche, etwas Eigenes hervorzubringen ist sinnstiftend und macht froh. „Honest Materials“ sind dafür unsere unverzichtbaren Begleiter – und überraschen durch ihr Eigenleben.

Langlebige Materialien haben Konjunktur

Edelstahl war lange Zeit der heimliche König der Küche. Oberflächen, Pfannen, Besteck oder Accessoires – für vieles stand jenes cleane Material Pate. Nun hält eine neue Lust an anderen Werkstoffen Einzug in den Küchenbereich. Gusseisen, Holz, Zinn, Kupfer und Emaille sind solide, hochwertige Materialien, mit denen sich gut arbeiten lässt. Und die einen tieferen Farbklang in die Küche tragen. Riess hat ein wunderbares blaues Emaille-Geschirr kreiert, bei Skeppshult gibt Gusseisen den Menüs Gewicht, und Weyersberg glänzt verlässlich mit Kupfergeschirr. Und wer etwas genauer hinsieht, entdeckt, dass all diese Materialien tatsächlich ein Eigenleben führen …

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Die Farben des Tischgeschirrs halten mit den Gerätschaften von Herd und Ofen Schritt und inszenieren die Speisen vor satteren Farbhintergründen. Schöne Beispiele sind das bläulich-changierende Geschirr von Luzerne oder Rosenthals Schalen, bei denen der Übergang zwischen tiefdunklem Interieur und terrakottafarbenem Exterieur durch einen eleganten Linienschwung hervorgehoben wird. „Die dunkle Farbigkeit ist ein ganz wichtiger Aspekt bei den Honest Materials“, bestätigt Claudia Herke von stilbüro bora.herke.palmisano. Edles Grau in Gusseisen und Zinn, dunkelbraun gebeizte Hölzer, erdfarbener Ton sowie Blau auf Textil und Geschirr: Diese Farben führen untereinander ein ganz eigenes Gespräch. Lauschen wir und lassen uns davon inspirieren!

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Handgewebtes aus dem Norden

Qualität und hochwertige Handwerkskunst stehen auch bei den Küchentextilien an erster Stelle. Hier lassen vor allem die Skandinavier die Materialien sprechen, die Ästhetik und praktischen Nutzen in sich vereinen. Leinen absorbiert Feuchtigkeit schnell und hat antibakterielle Eigenschaften – klar, dass es mehr als nur ein Gast in der Küche ist. Bei Ekelund sind die apart gemusterten Leinengeschirrtücher fast zu schade, um damit etwas abzutrocknen, selbst wenn es sauber ist. Aus Dänemark schalten sich bei Elvang Baumwollstoffe in luxuriöser Bio-Qualität ins Gespräch ein, während Mischgewebe und Handgestricktes eine Art Basso continuo formen. Wer da noch das Küchenradio laufen lässt, ist selbst schuld.

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Narrative Hintergründe

Auffällig ist die Anbindung an Tradition und Regionales. Wir möchten nicht einfach einen ansprechenden Gegenstand haben, sondern wir wollen etwas mit ihm verbinden. Schneidebretter gehören in jede Küche. Fuga nimmt in Holz traditionelle russische Brotbretter auf und zelebriert Struktur mit starken Kerbungen – eine gleichermaßen solide wie moderne Anmutung. Raumgestalt hingegen positioniert sich explizit durch das Regionale. Das Unternehmen aus dem Schwarzwald denkt in lokalen Bezügen, und tatsächlich scheint sein dickes Schneidebrett aus Eiche direkt aus dem Wald zu kommen. Nicht nur für den Sonntagsbraten gut geeignet. Auch bei den Schneidewerkzeugen gibt es Geschichte(n) im Hintergrund. Insbesondere in Japan ist die Schmiedekunst durch die Samurai und ihre Schwerter kulturell verankert. Bei Kai Corporation scheinen die Messer mal wie schwerelos an einem Holzblock zu kleben, dann wieder gibt es Klingen, an denen nur die Schneide poliert, während der Rest unregelmäßig ist. So zeigt das Messer einen kleinen Ausschnitt seiner eigenen Herstellung. Ziemlich clever.

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Hausarbeit meets Industrial Chic

Edles Zubehör wertet vielerlei auf. Mit Bürsten von Iris Hantverk und Alpenleders fescher Lederschürze wird auch profane Hausarbeit zum Vergnügen. Am besten noch, wenn das Ganze in einem entsprechenden Umfeld stattfindet. NUD Collection bietet ansprechende schirmlose Leuchten, sie werfen direktes Licht auf den Arbeitsplatz und beschwören die Atmosphäre des Industrial Design. Ein schönes Detail sind dabei die Melange-Kabel, die jedes Jahr neu aufgelegt werden und für Henry Fords Fabriken pure Verschwendung gewesen wären. Wieso eigentlich?

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Wem sich diese Welt der authentisch-zeitlosen Materialien einmal erschlossen hat, wird immer mehr davon wollen. Fürs Dekor und für das Praktische. So haben wir heute den Luxus, das Arbeiten zu einem speziellen Erlebnis werden zu lassen: Der Eigendiskurs von ursprünglichen, hochwertigen Materialien weckt in uns schlichtweg Ehrfurcht.

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