Sti(e)le, die wir lieben. Experimentelle Vasen.

Die eine Technik ist Jahrtausende alt, während die andere gerade aus den Kinderschuhen raus ist. Wir finden es verblüffend, wie Glasbläserin Saskia Drebes und 3-D-Designerin Rosa Pause mit der Idee der Vase experimentieren. Die Objekte der Ambiente Talents will man eigentlich sofort mit genauso schönen Sträußen füllen – natürlich weniger mit braver Konfektionsware, sondern mit wilden Eyecatchern, wie sie ganzjährig angesagt sind. Damit Schnittblumen ihre Solo- und Teamqualitäten richtig entfalten, gibt euch noch ein Blumen-Stylist ein paar richtig gute Tipps.

Atem unter Glas
Sieh‘ an, ein hermetisch versiegelter Glaskörper: „Manchmal sieht man noch den Atem des Glasbläsers, der sich innen als feiner Tropfennebel niederschlägt“, erläutert Saskia Drebes, die selbst ausgebildete Glasbläserin im Glasapparatebau ist. Mit dem Trennschleifer fährt die Jungdesignerin durch die Kapsel und macht aus der Mutterform zwei Vasen. Oder eine Karaffe und ein Glas. Die Schnittkante lässt sie unpoliert. „Ein Schnitt erzeugt ein Paar und aus einer an sich funktionslosen Kapsel werden zwei funktionale Gegenstände, das fasziniert mich“, sagt sie über den coolen Cut.

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Saubere Sache
Den seltenen Beruf hat Saskia Drebes unter anderem an der Universität Kassel gelernt, in der Documenta-Stadt wurde sie 1987 auch geboren. „Laborglas muss funktional sein, nicht schön“, weiß sie. Das Holzdrechseln brachte sich die Nordhessin während des Designstudiums selbst bei. Ihre unter Glas gesetzten Schuh- und Kleiderbürsten zeigen, wie gut sie mit dem Naturmaterial Holz umgehen kann. Doch warum ausgerechnet Glas? „Als Kind sah ich im Fernsehen einen Bericht über das Handwerk und wusste gleich, das will ich später auch können. Glas hat einfach eine ganz eigene Ästhetik.“

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Kapsel, die zweite: Vasen aus dem Drucker
Tatsächlich ähneln die Vasen von Rosa Pause überdimensionierten Samenkapseln. Mit einer Öffnung, die gerade groß genug ist für ein paar zarte Blumenstiele. Um den Perfektionismus der Natur zu imitieren, übergab die Designstudentin aus Halle an der Saale dem 3-D-Drucker Schöpfergewalt: „Ich zeichnete die Vasen in einem speziellen Druckprogramm, achtete dabei auf Reliefs mit interessanten Schattenwürfen. Aus den dreidimensionalen Formen, die danach aus dem Gerät kamen, erstellte ich Gipsformen, die ich mit Porzellanschlicke auffüllte. Danach hieß es das Objekt brennen, glasieren, erneut brennen und schleifen.“

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Gern von gestern
Angesprochen auf den berühmten Fotografen Karl Blossfeldt, der vor fast einhundert Jahren Pflanzen im Mikrodetail ablichtete, bejaht die Designerin das Vorbild. „Ich kenne natürlich seine Arbeiten“, sagt die Studentin, die auf Burg Giebichenstein, einer renommierten Kunst- und Designhochschule in Sachsen-Anhalt, kurz vor ihrem Abschluss steht. „Mit den Vasen aus dem Drucker, Teil einer Projektarbeit an der Hochschule, will ich die Vorteile des digitalen Prozesses und des 3-D-Drucks im Vergleich zur traditionellen Herstellungsweise veranschaulichen.“

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Du musst mich mal kreuzweise
Sagt die Vase zur Blume: „Lass uns gemeinsame Sache machen.“ Die Blume: „Nur, wenn ich groß rauskomme.“ Wie aber gelingt feines Augenfutter jenseits langweilig konfektionierter Floristenware? Hier hat der niederländische Blumenversand Bloomon, der die Branche mit extravaganten Kreationen aufmischt, einige Tricks auf Lager. „Die Blumen müssen kreuzweise in der Vase arrangiert werden“, erklärt uns Bloomon-Stylist Anton van Duijn, „die ersten vier Blumen bilden ein Kreuz und damit den Rahmen für die restlichen. Wenn man dieses Muster beibehält, fallen die Blumen nicht nach außen.“ Außerdem rät der Experte, die Vase vorher mit Chlor zu reinigen und das Wasser jeden zweiten Tag zu wechseln, um die Bakterien in Schach zu halten. Blüten auf unterschiedliche Höhe verteilen und mit extravaganten Ausreißern wie Eukalyptus-Zweigen auflockern. Prima, piekfijn!

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