Skandinavisches Design – Einfach, gut. Einfach gut.

Design aus Skandinavien hat eine ganz eigene Sprache: Sie ist klar, geradlinig, zeitlos und bietet immer wieder Reminiszenzen an die Schönheit der Natur. Ikonen wie Arne Jacobsen oder Hans Wegner prägen bis heute die Interieurs weltweit, wichtige Trends in Architektur sowie Möbel-, Dekor- und Lichtdesign gehen auf die gestalterische Simplizität aus dem Norden Europas zurück. Auch die Produktwelten der Ambiente 2015 boten wieder viel Schönes und Praktisches mit dem gewissen skandinavischen Etwas.

„An skandinavischem Design fasziniert mich die Einfachheit, hohe Produktqualität und die  Multifunktionalität“, sagt Goran Djukic. Er ist Inhaber des Geschäfts „Liebesdienste Home“ in Frankfurt, einem „Gute-Laune-Kaufhaus“, wie er es nennt, in dem er funktionales Design zu bezahlbaren Preisen anbietet. Zu seinem Portfolio zählen viele Produkte aus Skandinavien, etwa von den dänischen Marken „Skagerak“ und „house doctor“, die auch bei der diesjährigen Ambiente ihre neuesten Ideen für einen schönen und komfortablen Lifestyle präsentiert haben.

Schön und komfortabel bringen es auf den Punkt, meint auch der Design-Experte aus Frankfurt, der ein besonderes Faible für Typographien und zeitlose Klassiker wie den Ameise-Stuhl von Arne Jacobsen hat. „Insgesamt finde ich skandinavisches Design eher maskulin und nicht so verspielt wie in Mitteleuropa. Schwarz, weiß und nur ein Farbakzent – fertig ist das Designrezept“, erklärt Goran Djukic und ergänzt, dass diese Einfachheit gleichzeitig zu viel gestalterischer Eigeninitiative inspiriert: „Die Menschen in Skandinavien sind kreativer und vor allem mutiger in der Selbstveränderung. In Deutschland würde niemand ein altes Erbstück, etwa Omas Truhe, umstreichen. Die Skandinavier hingegen sind Bastler und Tüftler, die sich permanent selbst verändern und die Truhe einfach weiß oder in einem pudrigen Farbton streichen würden.“

Beispiele für die Kreativität der Skandinavier hat Goran Djukic, der mit seinem Partner Björn Ermel jährlich nach Dänemark und Schweden reist, natürlich auch parat: „In Stockholm wird sie perfekt in den kleinen Gassen in Södermalm, repräsentiert. Besonders im Stadtteil Sofo, wo ich immer neue Inspirationen entdecke. Meine Favoriten: die Restaurants der Kette ‚Tradition‘ und das ‚Story Hotel‘.“  In Dänemark haben es dem Design-Connaisseur vor allem die Einzelhandelsgeschäfte angetan: Etwa die Läden von „Simply Chocolate“ oder der wahrhaft einzigartige Design Department Store „Illums Bolighus“. Die schönsten Sachen für die Küche findet man laut Goran Djukic bei „H. Skjalm P.“ am Nikolaj Plads in Kopenhagen. „Dänemark, als kleinstes skandinavisches Land, repräsentiert für mich die meisten Designs der letzten 100 Jahre.“

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Und wie sieht es mit den Designs der nächsten Monate aus? Welche Trends hat Design-Liebhaber Goran Djukic unter anderem auf der Ambiente ausmachen können? „Den Scandic Clean Look, nach wie vor‚ black & white in Kombination mit Holz, dazu typographische Accessoires.“ Auch wir haben viele Beispiele für diese auf den ersten Blick wilde Mischung sehen können, etwa in Form von Deko aus Fell und Plüsch zu Sitzmöbeln mit puristischer Silhouette, oder in Gestalt der verwegenen Kombi aus Kissen mit Graphic Prints und Fotomotiven (ganz weit vorne Aufnahmen von Tieren).

Im Bereich Farbe plädiert Skandinavien-Fan Djukic nach wie vor für ein sattes Gelb, kombiniert mit Weiß, Grau und dunklen Tönen sowie viel Blau und Grün in verschiedenen Abstufungen, passend zum Stil der 60er Jahre. Wir selbst haben auf der Ambiente zudem die Rückkehr der Pastelltöne entdeckt. Vor allem Mint fungierte nicht bloß als perfekte Ergänzung zu hellen unbehandelten Hölzern, wie man es aus Skandinavien gewohnt ist, sondern auch als erfrischender Eyecatcher in Kombination mit dunklem rustikalem Holz.

Der wichtigste Trend jedoch bzw. das wichtigste Must-have, das man für den skandinavischen Lifestyle braucht, sei Mut, so Goran Djukic. So rät er, einfache Gegenstände des Alltags oder auch altes Kinderspielzeug in Farbe zu tauchen, in pures Weiß oder auch mal ein kräftiges Blau. „Dann neben einer Grünpflanze platzieren. Fertig! Ergänzt um weitere Wohnaccessoires wie einen einzelnen Buchstaben aus Metall, Holz oder Pappe kann man dem gesamten Interieur eine völlig neue Wirkung verleihen.“

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„Wir machen uns die Welt, widdewidde wie sie uns gefällt.“ Dieses Motto der wohl berühmtesten und beliebtesten Skandinavierin konnten auch wir an den Ständen der Ambiente live erleben: Klare, geradlinige Silhouetten, soft in Szene gesetzt mit Wolle, Fell und allerhand kuscheligen Textilien, starke Kombis wie Schwarz-Weiß oder farbliches Understatement in Grau, Anthrazit und Beige, aufgelockert durch Bonbonfarben und verspielte Dekors. Dazu Inspirationen zum Selbermachen wie Bilderrahmen in verschiedensten Formen und Farben – nicht immer für Fotos oder Drucke, sondern auch für persönliche Erinnerungen wie Konzerttickets, U-Bahn-Fahrscheine aus dem letzten Urlaub oder Labels von modischen Lieblingsstücken –, an der Wand befestigte Sideboard-Elemente wie Schubladen oder Fächer, Regalbretter und Körbe (selbst Papier- oder Fahrradkörbe) für allerhand Nützliches und Liebgewonnenes wie Bücher, Zeitschriften und Souvenirs. Die Garderobenleiste wird kurzerhand umfunktioniert zur Mini-Bibliothek, Coffee Table Books – für sich allein schon Deko-Elemente – dienen als Ablage für weitere Accessoires und Kostbares, das wir nicht länger im Schrank verstecken möchten. Getrocknete Blumen gewinnen in leeren Wein- und Spirituosenflaschen neuen Stellenwert jenseits der Kaffeetafel.

„Oder man baut sich seine eigene Lampe“, ergänzt Goran Djukic und weist damit auf etwas hin, das in Skandinavien ohnehin üblich ist: alle Teile einzeln zu kaufen und dann nach Lust und Laune zu kombinieren.  Bei der Ambiente konnten wir die skandinavische Do-it-yourself-Kunst auch in Sachen Licht erleben und waren ganz begeistert von der Wirkung einzelner Glühbirnen in individueller Fassung mit bunten Kabeln und Schnüren oder Glasperlen. Zum Abschluss ein Basteltipp des Frankfurter Design-Profis: „Man besorgt sich mehrere drei bis vier Meter lange Textilkabel in verschiedenen Farben,  montiert jeweils eine Lampenfassung an die Enden und knotet die Kabel einmal zusammen. Dann schraubt man unterschiedliche Glühbirnen dran, das andere Ende der Kabel montiert man in einem Deckel unter der Decke. Fertig ist die coole selbstdesignte Leuchte.“

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