Funktionaler Ästhet, ästhetischer Funktionalist – Produktdesigner Martin Hirth.

Ihn als Nachwuchs Produktdesigner zu bezeichnen, ist höchstens seinem jungen Alter geschuldet. Denn das Ambiente Talent Martin Hirth arbeitete bereits während seines Studiums an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach (HfG) mit vielen Größen der Branche zusammen, wurde mehrfach ausgezeichnet und genießt bei internationalen Herstellern – vor allem im Bereich Interieur – ein hohes Standing. Anlässlich unseres #TalentsTuesday stellen wir den erfahrenen Newcomer und seine Arbeit vor.

Die Leuchte „little P“ für Schönbuch, der Spiegel „Dorian“ für „pulpo“ oder die mit dem Design Plus Award ausgezeichnete und auf der „Light + Building“ präsentierte Stehlampe „Chaplin“ – was Möbeldesign betrifft, ist Martin Hirth längst angekommen. Dennoch möchte er anhand dieser Erfolge keine Spezialisierung definieren, „da ich auch in anderen Designbereichen arbeite und noch arbeiten will“, so der frischgebackene HfG-Absolvent und unter anderem ehemaliger Assistent von Sebastian Herkner. Inspirationen für seine Produktentwicklungen und Designs sammelt er überall: „Es können ganz banale Details an Objekten aus dem Alltag sein oder einfach nur der individuelle Umgang mit diesen Gegenständen, die einen Anstoß für eine neue Idee liefern. Auch reise ich gerne und finde Inspiration in den unterschiedlichsten Kulturen und Naturlandschaften.

“Betrachtet man zum Beispiel seine Leuchten, fragt man sich, wie Martin Hirth wohl an eine solche Aufgabe herangeht? Ist es die pure „Erleuchtung“? Oder steckt hinter seinen kühlen, konzeptionelle Strenge vermittelnden Designs doch das pure System? „Eine Recherche in der Designgeschichte und in aktuellen Entwürfen steht am Beginn von jedem neuen Projekt“, erklärt Martin Hirth. Der eigentliche Entstehungsprozess, so der Produktdesigner, könne mit Zeichnen, dem Bauen von Papiermodellen, einer CAD-Konstruktion oder anhand der Auseinandersetzung mit einem bestimmten Material beginnen. Je nach Projekt. „Eine festgelegte Herangehensweise gibt es bei mir nicht. Die Aufträge können so unterschiedlich formuliert sein, dass jede Arbeit individuell und mit der für sie passenden und optimalen Methode neu gestartet werden muss.“

Beim Stichwort „form follows function“ indes gibt es kein „je nachdem“: Für Martin Hirth bedingt das eine das andere. „Hier hat beides höchste Priorität. Wenn ich von einer funktionalen Idee aus starte, dann muss das spätere Produkt auch ästhetische Qualitäten besitzen. Beginne ich mit einem ästhetischen Aspekt, so strebe ich eine uneingeschränkte Funktionalität an.“ Um seine Arbeitsweise zu verdeutlichen, erklärt er, wie er den Spiegel „Dorian“ kreierte: „Ich hatte die Idee eines klassischen Badezimmer-Spiegelschränkchens vor Augen, an dem die Seiten aufgeklappt werden können und man so sein eigenes Profil betrachten kann. Diese Grundtypologie wollte ich in eine neue Materialität übertragen.“ Es sollte eine neue Kategorie von Spiegel entstehen, die nicht nur als ein funktionaler Tischspiegel, sondern auch als Präsentationsfläche dient und die Objekte in allen Richtungen reflektiert. Mittels sehr vieler Modelle und Versuche entwickelte Martin Hirth die leichte Formensprache und die schwebende Ablagefläche zwischen den Spiegelwänden. „Ich wollte das Produkt für die Herstellung so pur und effizient wie möglich gestalten. So wird ein spiegelpolierter Edelstahl nur zugeschnitten und gebogen, um aus einer Fläche die Ablage, Standfüßchen und die ursprünglichen drei Spiegelflächen generieren zu können. Diese Einfachheit in der Konstruktion, in Kombination mit dem sehr hochwertigen und schlichten Material, erzeugt eine Leichtigkeit, die ich unglaublich mag.“ Der Spiegel wird übrigens von der Manufaktur „pulpo“ produziert und vertrieben. Dorian gibt es in zwei verschiedenen Größen und neben dem klassischen, silberfarbenen Spiegel auch in einer blauen oder goldenen Spiegeloberfläche.hirt1Auftraggeber, Juroren und Design-Kenner schätzen die Klarheit der Designs von Ambiente Talent Martin Hirth. Er scheint seine Formensprache längst gefunden und ausgefeilt zu haben. Bleibt die Frage, ob er sich bei der Suche vielleicht an bestimmten Designern oder Design-Klassikern orientiert hat: „Da gibt es sehr viele, zu viele, um sie alle aufzählen zu können. Allerdings erfreue ich mich auch sehr an alltäglichen, archetypischen und normalen Gebrauchsgegenständen, hinter denen nicht unbedingt ein großer Designername steht. Objekte, die ruhig und unaufdringlich sind, die sich über ästhetische Qualitäten und über eine gute Nutzbarkeit etablieren.“ Und so wird der Designer aus Offenbach, der schon mehrfach als Besucher auf der Ambiente war und 2015 zum ersten Mal als Aussteller dort sein wird, nicht bloß die Gelegenheit nutzen, um wertvolle Kontakte zu knüpfen, sondern auch nach schönen Produktneuheiten Ausschau halten, wie er sagt: „Mein Interesse wird sich vermutlich auf die Hallen 3 und 4, wo Küchen- und Tischneuheiten präsentiert werden, konzentrieren. Ich habe ein Faible für Essbestecke …“

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