Essen wie Gott in Frankfurt – die schönsten Apfelweinlokale.

Wer Frankfurt kennenlernen möchte, kommt an einem Besuch in einem typischen Apfelweinlokal nicht herum. Dort kann man nicht bloß Spezialitäten wie Grüne Soße oder Rippchen mit Kraut genießen, sondern auch die eigenwillige Frankfurter Gastfreundschaft erleben, die durchaus schon mal ruppig wirken kann und bei der Geselligkeit fast genauso wichtig ist wie die goldene Regel: Niemals Limonade zum Ebbelwoi bestellen!

Irgendwann erwischt es fast jeden Zugezogenen in Frankfurt, oder wie man sie hier liebevoll nennt, „die Eingeplackten“: Sie grüßen den Kellner mit „Gude“, bestellen einen „Schobbe“, diskutieren mit Wildfremden das letzte Spiel der Eintracht oder motivieren die Gruppe japanischer Touristen, den „Handkäs‘ mit Musik“ zu probieren. Wenn es einen Ort gibt, an dem man zum Frankfurter werden kann, dann ist es die traditionelle Apfelweinwirtschaft. Und das auf äußerst genussvolle Weise.

Ein absolutes Muss ist echte Frankfurter Grüne Soße, „Grie Soß“. Sie darf lediglich die traditionell vorgeschriebenen und aus der Region stammenden sieben Kräuter enthalten: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Keinen Dill, nichts Importiertes! Die Stadt ist so stolz auf diese Spezialität, dass sie ihr jährlich ein Festival widmet, zudem macht sich der „Verein zum Schutz der Frankfurter Grünen Soße“ dafür stark, dass die Kräuter-Köstlichkeit ein EU-Siegel erhält wie z. B. Parmaschinken. Gegessen wird Grüne Soße meist mit Kartoffeln und hartgekochten Eiern, Fleischliebhaber bestellen sie zu Tafelspitz oder Roastbeef oder aber in der beliebten Variante „Frankfurter Schnitzel“. Beim Fleisch hat Frankfurt weit mehr zu bieten als die weltbekannten Würstchen. Kehrt man zum Beispiel im Sachsenhäuser Traditionslokal Apfelwein Wagner ein, empfiehlt die Küche die „Frankfurter Platte“, auf der man von allem probieren kann: Haxe, Schäufelchen, Leiterchen, Bratwürste, gegrillte Rippchen.  Damit kann man nicht viel falsch machen. Außer man wagt es, dazu ein Bier zu bestellen: Das ist in dem Familienbetrieb mit eigener Apfelweinkelterei ebenso tabu wie in der benachbarten Wirtschaft „Zum gemalten Haus“. Und auch ein paar Schritte weiter, in den Lokalen Alt-Sachsenhausens wie Dauth-Schneider, Fichtekränzi oder Atschel gilt: Augen auf beim Bembel-Kauf! (Der Bembel ist der Tonkrug, in dem der Apfelwein serviert wird). Wenn man schon Gespritzten bestellt, dann kommt zum „Stöffsche“ allenfalls Wasser ins „Gerippte“ (das charakteristische Apfelweinglas). Limonade zum Mischen ist ein No-go im Ebbelwoi-Bermudadreieck!

Es gibt natürlich auch Traditionsgaststätten, die nicht „dribbdebach“, also auf der südlichen Seite des Mains, liegen. Und „hibbdebach“ lässt man im Allgemeinen etwas weniger Frankfurter Strenge walten. Zum Beispiel im Schuch’s Restaurant. Hier käme ohnehin niemand auf die Idee, den Geschmack der eigens gekelterten Apfelgetränke zu verfälschen. Sowohl im Glas als auch auf dem Teller steht der Apfel in dem Lokal in Alt Praunheim im Mittelpunkt: Neben den hauseigenen Apfelweinspezialitäten gibt es Bio-Säfte verschiedener Sorten, raffinierte Aperitifs wie Apfel-Sherry und herrliche Gerichte mit dem gewissen Etwas aus Apfel. Ein Erlebnis ist die Apfel-Bratwurst oder der hausgebeizte Sauerbraten mit Apfelkompott. Gastgeber Jürgen Schuch empfiehlt, die Apfelwein-Probe zu bestellen, bei der man 5 hauseigene Spezialitäten kosten kann.Selbst gekeltert wird auch seit 200 Jahren in der Gaststätte „Zum Rad“. Das urige Lokal mit dem schönen Sommergarten im Stadtteil Seckbach bietet Frankfurter Küche at its best und gilt bei vielen Frankfurtern als echte Institution, für die es sich lohnt, die City zu verlassen. Neben den typischen Klassikern ist hier der halbe Hahn ein begehrtes Highlight, ebenso wie der Ebbelchesbraten, Schweinebraten in Apfelweinsoße mit hausgemachten Klößen. Ein echter Glücksfall ist es für viele Gäste, wenn auf der Tageskarte von Gastgeber Robert Gasser die frischen Rinderrouladen stehen. Die schmecken garantiert wie bei Muttern. Speisen wie bei Muttern ist ein gutes Stichwort für unseren letzten Tipp: Die Alte Post in Bergen-Enkheim, dem östlichsten Stadtteil Frankfurts, der erst seit 1977 zur Mainmetropole gehört. Die Mutterrolle hat hier eine Frau inne, die auch weit über Frankfurts Grenzen hinaus beliebt ist: Dragica Laschitsch. Schon bevor man das kleine hübsche Fachwerkgebäude in der Bergener Altstadt betritt, hört man ihr lautes, schallendes Lachen. Seit über 40 Jahren ist Dragi die gute Seele des Gasthauses, in dem die Zeit still zu stehen scheint. Hier gibt es „gute, ehrliche Hausmannskost“, wie sie sagt, und saisonale Köstlichkeiten von den benachbarten Hofgütern und Erzeugern. Schnitzel-Liebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten, aber auch ein auf den Punkt gebratenes Rumpsteak mit sensationell krossen und würzigen Bratkartoffeln zählt zu den Post-Klassikern. Die Alte Post ist Treffpunkt für Stammtischler und Gäste aus der City, Jung und Alt, echte Bergener und Touristen. Und sie alle wissen spätestens nach dem ersten Besuch: Bei Dragi gibt’s zwei Dinge aufs Haus – Mispelchen (Calvados mit eingelegter Mirabelle) und das lauteste Lachen am Main.

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