Prinz Carl Philip von Schweden hat Design im Blut.

Prinz Carl Philip von Schweden hat seine Berufung gefunden. Er kann richtig gutes Design – wie schon einige seiner Vorfahren. Auf der Ambiente 2015 stellte der Designer und talentierte Fotograf mit seinem Studienfreund Oscar Kylberg eine hochelegante Kollektion von Schalen und Vasen für das dänische Traditionsunternehmen Stelton vor, die bewies: Dieser Prinz will „Meer“. Wir gingen auf Tuchfühlung.

Auch ohne Adelstitel hätte Prinz Carl Philip von Schweden auf der Ambiente viele Blicke auf sich gezogen. Die Weltleitmesse nahm der charismatische 36-Jährige zum Anlass, seine kleine, aber sehr feine Stelton-Kollektion vorzustellen. Gemeinsam mit dem schwedischen Designer Oscar Kylberg entwarf der Prinz unter seinem Designernamen Carl Philip Bernadotte sehr ausdrucksstarke Interior-Objekte. Die beiden Kreativen kennen sich seit Studienzeiten und gründeten 2012 das gemeinsame Stockholmer Label Bernadotte & Kylberg, das sich auf Produkt- und Industriedesign spezialisiert hat. Da Prinz Carl Philip von Schweden bereits seit langem ein großer Fan der Marke Stelton ist und das 1960 gegründete Unternehmen wiederum ein vom Prinzen designtes Besteck exzellent fand, war eine Kooperation eigentlich nur eine Frage der Zeit. Stelton besitzt seit Jahrzehnten einen exzellenten Ruf für die Arbeit mit Metall und eine Teamarbeit mit namhaften Designern. Das Unternehmen tastete sich beim Prinzen vor, stieß auf Begeisterung und gewann schließlich das Studio Bernadotte & Kylberg für eine neue Produktlinie. Das Ergebnis konnte sich auf der Ambiente sehen lassen: Bei den handgearbeiteten Unikaten aus Aluminium und Emaille offenbart sich ein ganz eigener Stil. Das prägnante Muster der Kollektion „Stockholm Aquatic“ ermöglichte eine neue und innovative Produktionstechnik für kalte Emaille. Das zarte Dekor ist inspiriert von der schwedischen Schärenlandschaft, wie auf Leinwand gemalt sieht es aus. Hier trifft gleichsam Kunst auf Metall.

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Gleiche Wellenlänge
Zwei Newcomer, eine große Leidenschaft. Prinz Carl Philip von Schweden und Oscar Kylberg lieben das Meer. Sie sind am großen Wasser aufgewachsen: „Uns begeistert, dass das Meer nie gleich aussieht, es wandelt sich ständig.“ Für die Stelton-Linie „Stockholm Aquatic“ – vier hohe Schalen und drei Vasen in unterschiedlicher Größe – ließen sie sich vom allgegenwärtigen Wasser ihrer Lebensstadt Stockholm inspirieren. Im cremeweiß emaillierten Metall spiegeln sich tintenblaue Farbklekse, eine Hommage an Stockholm. Die Stadt, auch das Venedig des Nordens genannt, schwimmt auf 14 Inseln im Mälarsee und in der Ostsee. Die Klekse verschwimmen wie Aquarellfarbe auf feuchtem Papier, so unstet und schimmernd ist auch das Meer. Tatsächlich, die Designer entwarfen das Dekor mit Tinte, Papier und Wasser. Farblicher Clou wie auf hoher See: Je nachdem, wie das Licht die Objekte trifft, wird aus dem Tiefblau mitunter ein Schwarz. Vor allem die schlichten Schalen, die auf der Ambiente effektvoll auf einer glänzenden Fläche präsentiert wurden, erinnerten uns an jene emaillierten reinweißen Exemplare aus ländlichen Haushalten vergangener Tage. Außerdem war emailliertes Metall bereits in den 1950er-Jahren einer der großen skandinavischen Interior-Trends, hier wird also auch ein Materialklassiker neu belebt. Unser Fazit: Bei diesen Unikaten nach Entwürfen von Prinz Carl Philip von Schweden und Oscar Kylberg schwingen eine Sehnsucht nach Meer und eine starke Heimatverbundenheit mit, das spürt man einfach. Prämiert wurden sie für die Kollektion mit dem begehrten Red Dot Award 2015.

Mit Maulwürfen aus Porzellan fing es an
Mit Daunenjacken und Maulwürfen begann er, dann entwarf er Kissen, Läufer, Decken, Handtücher und Silberbesteck. Fotografieren kann Prinz Carl Philip von Schweden auch. Aber der Reihe nach: Der Prinz studierte – unter schützendem Pseudonym – zunächst Grafikdesign an der berühmten Rhode Island Design School. Für ein Logo, das den Leuchtturm von Martha’s Vineyard zeigt, erhielt er 2008 eine Auszeichnung, die ihn weiter anspornte. Seinen Abschluss machte Carl Philip von Schweden schließlich an der Stockholmer Forsberg Skola, wo er auch Oscar Kylberg kennenlernte. Ihr gemeinsames Label, kurz „B+K“, nahm schnell Fahrt auf, Textilien für ein renommiertes Kaufhaus und Kinder-Porzellanschälchen mit Hasen und Maulwürfen für die Porzellanmanufaktur Gustavsberg waren erste Aufträge. Die beiden Designer verstehen sich blind, sind ein eingespieltes Team. In einem ihrer seltenen Interviews sagten sie: „Wir verstehen uns ohne Worte. Wir sehen etwas und denken das Gleiche. Fast wie Zwillinge.“

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Blaues Blut in kreativen Adern
Wir tippen hier auf eine Seelenverwandtschaft: zwei Seelen und ein Design-Gedanke. Nicht gesucht und doch gefunden. Vielleicht spielt auch das jeweilige Ahnenerbe eine Rolle, in beiden Familien finden sich nämlich ausgewiesene Designergrößen, Künstler und Mäzene. Ein Vorfahre von Oscar Kylberg malte, eines seiner Gemälde ziert eine schwedische Briefmarke. Prinz Carl Philips Großonkel Sigvart Bernadotte entwarf ein Kaffeeservice, das es bis in die Klassiker-Sammlung des New Yorker Museum of Modern Art schaffte. Die von ihm entworfene Rührschüssel „Margrethe“ aus Melamin steht noch heute in vielen deutschen Küchen. Kurzum, dass von Bernadotte & Kylberg noch weiteres Großes auf uns zukommt, davon sind wir überzeugt. Die Zusammenarbeit mit Stelton hat übrigens schöne Folgen, wie auf der Ambiente 2015 zu hören war und die zweite Kollektion wird schon in diesem Herbst veröffentlicht.

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