Bling, Kupfer, Pelz – Julia Buckinghams Gespür für Stil.

Ambiente Gastbloggerin und Interior Design-Expertin Julia Buckingham aus Chicago weiß, wie der Hase läuft – oder vielmehr – was ein Schaf für ein perfektes amerikanisches Zuhause tun kann. Um ihre Philosophie – „die Schönheit liegt im Unerwarteten“ – kennenzulernen, waren wir mit ihr auf der Ambiente unterwegs. Sie hat uns mit ihrer Begeisterung und ihrem Stilgespür überzeugt, weshalb wir sagen: Walk in Beauty!

„Schaut, dieses Schaf nehme ich mit nach Chicago!“, ruft uns Julia Buckingham beseelt zu. Triumphierend hat sich die Amerikanerin auf den flauschigen Hocker gesetzt, den sie zuhause über ihren Showroom verkaufen wird. „Ist das nicht ein toller Eyecatcher?“, fragt sie. Die Unternehmerin und Bloggerin aus Illinois ist bester Laune nach ihrem gelungenen Fischzug, pardon, Fang verschiedener Schafe von Creative Light – auch ein schwarzes Exemplar ist darunter, das Fell aus unzähligen schwarzen Wildlederstreifen. Mehr Herzlichkeit geht nicht, Julia Buckingham strahlt aufrichtig, erzählt von ihrem Sohn, der in Berlin lebt.

buckingham_1

Ihre klassisch-moderne Interiors sind in Nordamerika preisgekrönt. Leidenschaftlich sammelt sie Antiquitäten, auf Märkten und in Stores weltweit, die sie dann mit amerikanischen Trendsettern maßvoll bis ungewöhnlich kombiniert. Mit vier anderen „Material Girls“ aus New York, Dallas, Huston und Los Angeles betreibt sie einen Design Blog, der sich Insidernews „from coast to coast“ auf die Fahne geschrieben hat. Er kommuniziert das, was in unseren Studios und Showrooms entsteht, was uns inspiriert und das Zeug zum großen Trend hat. Die studierte Textil-Managerin geht in ihrer Arbeit völlig auf: „Ständig dekoriere ich um, auch privat. Das einzige, was ich nicht mit Kunden teile, sind mein Mann und meine drei Kinder.“ Wieder lacht sie.

Ein amerikanisches Haus ohne offenen Kamin? Praktisch undenkbar. Und wie sonst sollte auch Santa Claus ins Haus gelangen, wenn nicht durch den Kamin? „Elegante Fellplaids für Couch und Sessel gehören unbedingt dazu. Bei uns im kühleren Chicago sowieso. Wie gut, dass Webpelz immer perfekter wird“,  sagt sie beim Anblick der täuschend echten „Faux-Pelze“ vom deutschen Kürschner Thomas Albrecht. Bei dessen mit (echtem!) Springbockfell bezogenen Hockern und Kissen wird sie dennoch schwach. „Der lila gefärbte Hocker passt hervorragend zu meiner Interior-Philosophie: Habe auch etwas völlig Unerwartetes im Raum! Das schafft Persönlichkeit und Kommunikation. Kaum ein Mensch kann darüber nicht reden, man will einfach die Geschichte dahinter erfahren. So wird es bei meinen Schafen auch sein.“ Und um das Thema rund zu machen, verrät sie, dass sie gerade sämtliche Outfits mit Fake-Leopardenmuster aus ihrem Kleiderschrank verbannt habe. „Dieser Leo-Look ist komplett passé. Man sah ihn zu viel, bis hin zu Teppichen und Tapeten. Das besondere Gefühl ist weg.“

buckingham_2

Woran aber derzeit keiner vorbeikomme, so die sympathische Expertin, sei Kupfer bei Möbeln und Wohnaccessoires. „Das Material mit einem Hauch von Vintage macht einen edlen Eindruck, wirkt warm und luxuriös.“ In Deutschland haben die beliebten Metallic-Stücke ihren Zenit bereits überschritten, erzählen wir, was Julia Buckingham keineswegs überrascht: „Wir sind in vielem meist drei bis vier Jahre hinter Europa. Ob Dekoration, Tafelgeschirr oder Fashion. Anyway, wir feiern Kupfer und Goldstücke eben jetzt. Und auf der Ambiente kann ich weit in unsere Zukunft sehen.“

buckingham_3

Ja, sie heißen auch bei uns so. Granny Smith. Die knackig-grünen Äpfel, dekorativ in einer Schale arrangiert, erinnern die Bloggerin an die Evergreens der amerikanischen Farbpalette. „Grün und Blau gehen immer. Überall. Ideal, wenn dann noch der Riesentrend „Wandverkleidung“ mitgeht. Schöne Stoffe und Leder sind hier angesagt. Helle und neutralere Farben finde ich an den Wänden wichtig, beispielsweise „Marsala“, ein leicht rostiges Braun.“

buckingham_4

Vorbei an den filigranen Blütenvasen von Des Pots. „Blumenmuster sind nicht mehr auf das Kinder- und Jugendzimmer beschränkt, sie haben bei uns mittlerweile den ganzen Wohnraum erobert. Neu: gern „oversize“, riesige Blüten beispielsweise. Das macht eine Tradition sehr modern.“ Julia Buckingham erzählt von den vielen echten US-Magnolien, die sie auf der Ambiente gesehen hat. „Die Magnolie ist sehr „southern“. Bei uns in Chicago hat sie leider wenig Chancen wegen des Klimas.“ Ihr nächster Blumenliebling, den sie uns zeigt, punktet (noch) mit herber Schönheit. Die voluminösen Zwiebeln der Amaryllis sind in Glasbehältnissen geradezu museal inszeniert. „An sich sind trockene Zwiebeln oder Wurzeln ein „ugly thing“, zu neutral, ja langweilig, aber so gewinnen sie enorm viel. Wie in einer Wunderkammer liegen sie darin. Dieser europäische Stil fasziniert mich.“

buckingham_5

Schließlich steigt uns angenehmer Blütenduft in die Nase. Überraschung! „Kartell hat jetzt auch Raumdüfte, das finde ich ja großartig! Die Marke ist sehr bekannt in den USA“, schwärmt Julia Buckingham am cool-schwarzen Messestand von Kartell Fragrances und schnuppert an den präsentierten Diffusoren. Raumdüfte und vor allem Duftkerzen seien die It-Pieces in jedem Haus. „Einfach jeder hat Kerzen mit Düften, die jeweils zum Raum und zur Stimmung passen.“

buckingham_6