Bitte berühren!

Spürbar, echt und selbstbewusst: Messe-Neuheiten mit Seele und Geschichte.

Auf der Ambiente beginnt das Jahr 2018 mit starken Koalitionen: Formen und Farben finden zusammen, Service sind luxuriös und dabei voll alltagstauglich und Historisches wird mutig und modern in die Gegenwart geholt. Gefühle und Haptik spielen eine große Rolle. Was man hier anfasst, will man nicht mehr loslassen.

Spürbar anders: Glänzende und matte Oberflächen

„Ich bin ein haptischer Mensch“, war einer der häufigsten Sätze, die man auf den Gängen der Ausstellungshallen hören konnte. Dann wurden sofort Teller, Schalen, Küchengeräte in die Hand genommen, Oberflächen ertastet, Gewicht erspürt, Produkte gestreichelt. Dazu gab es eine kühne, aber durchaus schlüssige Theorie von vielen Designern: Da wir permanent unser Smartphone berühren, sehnen sich unsere Fingerspitzen offensichtlich nach Oberflächen, die sich spannender anfühlen als ein Touchscreen. Schönheit wird tastbar gemacht durch Objekte mit rauen Strukturen, erhabenen Mustern, spannenden Formen und das Spiel mit hochglänzenden und matten Glasuren. Wie das Kaffee- und Tee-Service, das der Architekt Norman Foster für Stelton gestaltet hat. Seine spiegelglatten Edelstahlkannen und mattweißen Porzellantassen sind hier kein Kontrast, sondern ein spannendes Miteinander. Auch bei Geschirrserien von Rosenthal und vielen anderen werden verschiedene Oberflächen kombiniert. Bei Vasen von Lyngby fließt die glänzende Glasur in Schlieren über das matte Porzellan, und bei Laura Living behalten Holzbretter ihre natürliche, tastbare Maserung. So werden die Dinge lebendig, real und einzigartig, ohne unsere Sinne zu überfluten.

Vasen von Lyngby Porcelain auf der Ambiente 2018
Lyngby
Kaffeekanne und Tassen von Norman Foster für Stelton auf der Ambiente 2018
Stelton
Geschirr, besteck und Gläser von Rosenthal auf der Ambiente 2018
Rosenthal
Tabletts und Schalen von Lambert auf der Ambiente 2018
Lambert
Schneidebretter aus Holz von Laura Living auf der Ambiente 2018
Laura Living

Re-Invention: Historisches wird neu entdeckt

Viele Designer haben sich von der Geschichte inspirieren lassen. Bei Gien wurden Porzellan-Motive des 19. Jahrhunderts aus dem Archiv geholt und wirken mit der schlichten Formsprache des Geschirrs im Jahr 2018 alles andere als angestaubt. Neue Thermoskannen, Espressotassen und Blumentöpfe von Kähler sind vom Design einer über hundert Jahre alten Vase von Svend Hammershoi inspiriert, ein illustriertes Bild des japanischen Künstlers Katsushika schmückt Porzellan bei Goebel und wirkt so modern, dass das Entstehungsjahr 1832 fast schon unglaubwürdig scheint.

Auch beim Glasdesign wird Altbewährtes aufgegriffen. Bernsteinfarbene Retro-Gläser wie bei Nordal, Kristall-Feinschliff und Art déco-Anleihen wie bei Charles Schumanns neuer Bar-Kollektion für Zwiesel haben Klassiker-Qualität. Überrascht hat Koziol mit der Gläser-Serie „Superglas“. Sie schmücken die Tafel wie edle, bunte Kristallschätze – sind aber alltagstaugliche Kunststoffgläser, die auch wilde Pool-Partys überstehen.

Geschirr von Faiencerie Gien auf der Ambiente 2018
Gien
Geschirr von Wähler auf der Ambiente 2018
Kähler
Bunte Gläser von Koziol auf der Ambiente 2018
Koziol
Geschirr von Goebel auf der Ambiente 2018
Goebel
Tablett, Karaffe und Gläser von Zwiesel auf der Ambiente 2018
Zwiesel
Beistelltisch und Gläser von Nordal auf der Ambiente 2018
Nordal

Statement-Pieces: Grafische Muster und Florales

Plakative Dekore mit Linien bei ASA Selection, orientalische Muster bei Images d’Orient oder Retro-Charme wie bei Remember machen aus einem Küchentisch eine selbstbewusste Design-Plattform mit starker Aussage. Die Zeiten, in denen Geschirr sich schlicht zurücknahm und eine leise Nebenrolle spielte, sind eindeutig vorbei. Blumenmotive werden wieder üppig, bunt und souverän wie bei Maxwell & Willliams. Eyecatcher auf der Messe waren die limitierten Küchengeräte von Smeg, die Dolce & Gabbana mit sizilianischen Blütenträumen bemalt hat. Kitschig? Nein: Selbstbewusst. Dass man Grafisches und Blumiges sogar kombinieren kann, beweist Arzberg mit seinem neuen Dekor von Michael Sieger, auf dem Polygone und füllige Pfingstrosen vereint sind, sowohl mit matten als auch glänzenden Details.

Geschirr von ASA Selection auf der Ambiente 2018
ASA Selection
Geschirr von Remember auf der Ambiente 2018
Remember
Geschirr von Images d'Orient auf der Ambiente 2018
Images d’Orient
Geschirr mit Blumendruck von Maxwell Williams auf der Ambiente 2018
Maxwell & Williams
Toaster und Wasserkocher von Dolce & Gabbana für Smeg auf der Ambiente 2018
Smeg
Porzellangeschirr von Arzberg auf der Ambiente 2018
Arzberg

Perfekte Begleiter: Pastell- und Pudertöne

Pastell ist das neue Weiß. Da sich Service in Pastell- und Pudertönen extrem gut mit anderen Mustern kombinieren lassen, bekommen sie inzwischen schon Basic-Charakter. Bei ASA Selection sieht man, wie gut Hellbau und Gelb zu dunkel gebrannter Keramik passen, und das Mix-and-match-Geschirr, das Sophie Conran für Portmeirion gestaltet hat, ist ein ebenso alltagstauglicher Allrounder wie Dibberns Geschirrklassiker in Bonbon-Tönen oder die Schalen und Vasen von Räder mit mattem Finishing. Auch robusten Küchengeräten stehen die zarten Frühlingsfarben gut, wie der seidenmatten Kitchen-Aid oder Berghoffs Koch-Utensilien.

Geschirr von ASA Selection auf der Ambiente 2018
ASA Selection
Geschirr in Pastellfarben von Sophie Conrad für Portmeirion auf der Ambiente 2018
Portmeirion
Geschirr in Pastelltönen von Dibbern auf der Ambiente 2018
Dibbern
Vasen und Schalen von Räder auf der Ambiente 2018
Räder
Küchen- und Kochutensilien von Berghoff auf der Ambiente 2018
Berghoff
Kitchenaid auf der Ambiente 2018
Kitchen Aid
Titelbild: Meissen